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Alkoholprobleme lösen
 
 
 
Warum ist es für manche Menschen besser, auf Alkohol zu verzichten? Ab wann hat man ein Alkoholproblem? Wie bekommt man ein Alkoholproblem in den Griff? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie auf dieser Internetseite.
 
 
 
 
Gegen Alkohol ist nichts einzuwenden, wenn er zu passenden Gelegenheiten von Zeitgenossen getrunken wird, die damit umgehen können. Das trifft auf die meisten Konsumenten zu, auch, wenn sie gelegentlich mal einen "über den Durst" trinken und am nächsten Morgen verkatert aufwachen.
Bei einigen Menschen führt Alkohol allerdings, aus noch nicht genau erforschten Gründen, zu einer Abhängigkeit. Dieses Problem zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, vom Obdachlosen bis zum Konzernchef. Ob dabei billigster Fusel in der Öffentlichkeit, oder edelster Cognac hinter verschlossener Tür getrunken wird, spielt keine Rolle. Der alkoholabhängige Rechtsanwalt steht, was das betrifft, auf einer Stufe mit dem alkoholabhängigen Landstreicher.
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, deshalb können die Betroffenen zwar einerseits nichts dafür, andererseits kann allerdings jeder Betroffene etwas dagegen unternehmen. Es ist keine Schande, ein Alkoholproblem zu haben, und es ist erst recht keine Schande, das zuzugeben, im Gegenteil, das ist der erste Schritt, um etwas daran zu ändern.
 
Warum überhaupt Alkohol trinken?
Aus Geselligkeit, weil man die Probleme ein bisschen oder ganz vergisst, weil man nicht mehr so schüchtern ist und so weiter. Der normale Konsument kennt das alles, braucht aber den Alkohol nicht unbedingt dafür. Der angehende Alkoholiker dagegen trinkt häufig, um sich gut zu fühlen. Irgendwann hat er dann zwei Probleme: Das, weswegen er angefangen hat, dauernd zu trinken, denn das hat er in der Regel nicht gelöst. Und ein gewaltiges, zusätzliches Problem, nämlich den Alkohol. Die vermeintliche Problemlösung ist selbst zum Problem geworden, ohne, dass der Alkoholiker etwas davon gemerkt hat.
 
Ab wann hat man ein Alkoholproblem?
Der Übergang zur Alkoholabhängigkeit führt durch eine Grauzone. Es gibt mehrere Anzeichen, wie trinken zu unpassenden Zeiten, trinken aus Frust, trinken aus Freude und so weiter. Wer herausfinden möchte, ob er ein Problem mit Alkohol hat, fängt irgendwann damit an, seinen Konsum kontrollieren zu wollen. Er setzt sich selber Grenzen, beispielsweise nur drei Flaschen Bier und nur einmal in der Woche. Das nennt man kontrolliertes Trinken. Gelingt es, fühlt der Betroffene sich darin bestätigt, dass er kein Problem hat. Dass er immer wieder mal die Kontrolle verliert, also mehr oder öfter trinkt, als er sich vorgenommen hatte, sind nur "Ausrutscher", die ja gelegentlich "jedem Mal passieren".
Wer sich jetzt wieder erkannt hat, hat bereits ein Alkoholproblem. Die "Ausrutscher" sind Kontrollverluste, und die werden immer wieder vorkommen. Ein normaler Konsument kommt nämlich gar nicht auf die Idee, sich zu kontrollieren, weil das völlig überflüssig ist. Wer sich kontrolliert, ahnt ja bereits, dass etwas schief läuft. Er weiß in der Regel nur nicht, was. Wenn am Anfang der Kontrollversuche der Absprung nicht gelingt, ist die Grauzone zum Alkoholiker bald durchschritten.
 
Was läuft schief?
Der Alkoholiker fängt irgendwann an, sich ein Lügengerüst zusammenzuzimmern, um seinen Konsum zu rechtfertigen. Er belügt sich selbst und andere, lässt Verabredungen ausfallen, täuscht Überstunden am Arbeitsplatz oder eine Magenverstimmung oder sonst was vor, die Liste ist endlos. Bei all den Lügereien geht es einzig und allein darum, den Konsum von Alkohol zu sichern und vor anderen zu verschleiern. Manchmal kommen ihm Zweifel, ob er nicht doch vielleicht zu viel trinkt, aber die Gesellschaft macht es ihm oft leicht, das Gegenteil zu glauben. Alkohol ist schließlich in Deutschland allgegenwärtig, in der Werbung, im Lebensmittelladen, sogar an der Tankstelle.
Eigentlich weiß der Alkoholiker gar nicht, warum seine Kontrollversuche schon wieder gescheitert sind. Dass die anderen weniger trinken, merkt er gar nicht. Er merkt nur irgendwann, dass er einsam ist und mit seinen Problemen alleine da steht, aber das kann er ja verdrängen, wozu gibt es denn schließlich Alkohol? Es ist ein Teufelskreis, und der Grund dafür ist die Alkoholabhängigkeit, eine Krankheit, die der Betroffene sich aber meistens lange Zeit nicht eingesteht, die Außenstehende oft viel eher bemerken, als er selber. Deshalb wimmelt er auch alle Hinweise und gut gemeinten Ratschläge ab, und das meistens über viele Jahre.
 
Warum fällt das Aufhören so schwer?
Etwas gegen sein Problem unternehmen kann der Alkoholiker meistens nur, wenn er an einem Punkt angelangt ist, an dem er SICH SELBER eingesteht, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist. Das ist ein sehr schwerer Schritt, kommt es doch in den meisten Fällen einer großen, persönlichen Niederlage gleich. Der Betroffene muss erkennen, dass er SICH SELBST belogen hat, dass er sein Trinkverhalten nicht im Griff hat, das er vor sich selbst versagt hat. Um das zuzugeben, vor allem vor sich selber, muss der Trinker in der Regel ziemlich verzweifelt sein.
In Wirklichkeit hat er gar nicht versagt, er ist nur einfach alkoholkrank. Die ganzen Kontrollversuche, Kontrollverluste, Lügereien und so weiter gehören zum Krankheitsbild und sind "normal".
 
Wie funktioniert das Aufhören?
Dem Alkoholiker, der sich eingesteht, dass er sein Trinkverhalten nicht beherrscht, bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wenn er sein Leben ändern möchte. Er kann aufhören, Alkohol zu trinken, und in Zukunft abstinent ("trocken") leben. Einige wenige schaffen das tatsächlich, die anderen sollten jedoch von der zweiten Möglichkeit Gebrauch machen: Sich professionelle Hilfe holen, wobei hier das Ziel ebenfalls die Abstinenz ist. Die erste Anlaufstelle könnte der Hausarzt sein, er kann alle notwendigen Schritte in die Wege leiten. Als Mediziner wird er das Problem, ohne Abwertung des Betroffenen als Person, als das behandeln, was es ist: eine Suchterkrankung. Oft gelingt der Weg in die Abstinenz nur über eine Therapie. Wenn der Alkoholiker sich entschlossen hat, diesen Weg zu gehen, hat er gute Chancen. Er wird feststellen, dass er mit seinem Problem nicht mehr alleine dasteht, das sein ganzes Trinkverhalten den Fachleuten bereits bekannt ist, weil es zum Krankheitsbild gehört. Eine Therapie hilft dem Betroffenen dabei, sein Verhalten zu erforschen, um damit seine Abstinenz auf eine solide Basis zu stellen. Die Therapie vermittelt sozusagen das Hintergrundwissen. Niemandem braucht es peinlich zu sein, diesen Schritt zu gehen. Wem es peinlich ist, der sollte sich einmal überlegen, was für Situationen er wohl beim nächsten Rausch wieder erlebt, wenn er sich am nächsten Tag überhaupt noch daran erinnert. Gegen Erinnerungslücken hilft allerdings eine alte Alkoholikerregel: Je weniger man sich selbst an die letzte Zecherei erinnert, desto besser erinnern sich die Anderen.
Es ist überhaupt nichts entwürdigendes daran, ein Alkoholproblem zu haben. Peinlich ist es nur, nichts dagegen zu unternehmen und für den Rest des Lebens ewig betrunken herumzulaufen. Wer kennt nicht irgendeinen alten Säufer, den keiner mehr ernst nimmt, weil er ewig besoffen ist, um es mal im Klartext zu sagen? Wer möchte gerne selber so enden?
 
Kontrolliertes Trinken?
Ein trockener Alkoholiker kann nie wieder kontrolliert Alkohol trinken, jedenfalls nicht auf lange Sicht. Wer es nicht glaubt, sollte einmal daran denken, wie viele erfolglose Versuche er bereits hinter sich hat. Alkoholismus ist nicht heilbar, die einzigste Lösung ist die Abstinenz, daran ändert auch die beste Therapie nichts. Diese Tatsache sollte aber keinen Betroffenen davon abhalten, etwas gegen sein Problem zu unternehmen, denn der Gedanke "Selters statt Sekt" verliert hinterher seinen Schrecken.
 
Sicher vor Rückfällen?
Kein Alkoholiker ist sicher vor Rückfällen, sie gehören zum Krankheitsbild.
Diese Aussage stimmt zwar, birgt aber ein großes Risiko in sich, weil sie leicht falsch verstanden werden kann. Die Aussage befreit den trockenen Alkoholiker nämlich nicht von seiner eigenen Verantwortung, nach dem Motto: Natürlich habe ich Rückfälle, aber ich kann ja nichts dazu, denn ich bin schließlich krank.
Tatsache ist, dass jeder Alkoholiker einen Rückfall haben kann, aber das besagt nicht, dass er einen Rückfall haben muss. Es besagt lediglich, dass es keine Garantien gibt. Wer für seine Abstinenz nicht selber die Verantwortung übernimmt, und Rückfälle damit begründet, dass er schließlich (Sucht)krank sei, wird scheitern.
 
Schadet eine Weinbrandpraline?
Wenn ein trockener Alkoholiker versehentlich eine Weinbrandpraline isst, oder versehentlich einen Schluck Alkohol trinkt, weil beispielsweise Gläser vertauscht wurden, dann ist das kein Rückfall. Ein gefestigter Abstinenzler kann so etwas verarbeiten, ohne, dass er wieder anfängt, Alkohol zu trinken. Die Betonung liegt jedoch darauf, dass er wirklich nur VERSEHENTLICH eine geringe Menge Alkohol zu sich genommen hat. Wer als trockener Alkoholiker ABSICHTLICH Weinbrandpralinen isst, der muss sich nicht wundern, wenn er auch bald wieder Weinbrand trinkt.
 
Wie geht es weiter?
Der trockene Alkoholiker sollte nicht erwarten, dass sich die Welt verbessert hat, nur, weil er keinen Alkohol mehr trinkt. Er hat aber ab jetzt die Möglichkeit, selber Änderungen in seinem Leben herbeizuführen, und braucht sich nicht mehr zu verstecken.
Auf jeden Fall ist eine Selbsthilfegruppe sehr empfehlenswert, denn hier trifft der Alkoholiker auf gleich Gesinnte, denen er nichts erklären muss. In jeder Selbsthilfegruppe gibt es trockene Alkoholiker, die schon länger abstinent leben. Diese können dem Neuankömmling als Vorbild dienen und über die schwierige, erste Zeit helfen, nach dem Motto: "Wenn der es so lange geschafft hat, kann ich das auch!"
 
Es gibt keinen (KEINEN!) Grund für den trockenen Alkoholiker, wieder mit dem Konsum von Alkohol anzufangen. Auf längere Sicht wird er merken, dass sein Leben ohne Alkohol lebenswerter ist. Er wird den Alkohol nicht mehr vermissen, im Gegenteil.
Allerdings schlummert die Suchterkrankung für den Rest seines Lebens in ihm weiter, auch wenn der Abstand dazu mit den Jahren scheinbar größer wird: Ein Glas Bier, von einem trockenen Alkoholiker getrunken, ist so gut wie immer der Anfang vom Ende der Abstinenz, weil das alte Verlangen damit sofort wieder hellwach sein kann. Diese Gefahr sollte niemals unterschätzt werden!
 
Ich wünsche allen Betroffenen einen erfolgreichen Weg in ein neues Leben ohne Promille.
 
 
 
 
Wie kann man als außen Stehender einem Alkoholiker helfen?
Nach meinen Erfahrungen kann man einem Alkoholiker erst dann aktiv helfen, wenn er sich seine Probleme selber eingesteht. Ansonsten ist es besser, jegliche Hilfe zu unterlassen, damit ihm die Konsequenzen seines Handelns klar werden können.
Es ist also besser, der nasse Alkoholiker verliert seine Wohnung und steht nur noch vor verschlossenen Türen, als wenn sich jemand für ihn einsetzt, seine Miete bezahlt, für ihn lügt und so weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sein Problem erkennt, wird bedeutend größer, wenn er keinerlei Unterstützung erfährt, und wenn er es sich nicht mehr in einem sozialen Umfeld bequem machen kann. Das ist Hilfe durch Nichthilfe.
 
 
 
 
Aus dem Alltag eines Alkoholtrinkers
Ich lag in Frankreich am Strand der Atlantikküste, neben mir eine hübsche Frau, und dachte an nichts Besonderes. Sie fragte mich: "Wie lange hast du eigentlich Urlaub?"
"Ich bin noch fünf Wochen hier", antwortete ich, "danach muss ich nach Hause. Mein neuer Ferrari wird dann geliefert, und ich möchte ihn gerne persönlich beim Händler abholen."
Die Sonne blendete, ich schloss die Augen und schlief ein. Ich träumte, die Frauen mögen Männer mit Geld, weil Geld erotisch macht. Was für einen Blödsinn träumte ich da?
Irgendwann wurde ich wach gerüttelt. Benommen schaute ich in das Gesicht eines Polizisten. Ich lag nicht am Strand von Frankreich, das war nur ein Traum gewesen. In der Realität lag ich total betrunken auf dem Bürgersteig vorm Bahnhof, irgendwo in Deutschland, Sonntagmorgen um halb zehn. Passanten eilten vorbei, mit Brötchentüten oder Zeitungen in der Hand, und betrachteten mich, wenn überhaupt, dann nur mit abfälligen Blicken. Ich hatte am Abend zuvor angefangen, mein letztes Geld zu versaufen und war erst am frühen Vormittag aus der Bahnhofskneipe getorkelt, dann aber kurze Zeit später über meine eigenen Füße gestolpert, der Länge nach hingefallen und auf der Stelle eingepennt. Mein neues Hemd war hinüber und die goldene Armbanduhr gestohlen, vielleicht hatte ich sie aber auch im Laufe der Nacht verhökert. Immerhin - das Wetter war schön. Vielleicht konnte ich die Sonne ja noch ein paar Stunden genießen, bevor ich nüchtern wurde, bevor die Depressionen und der nicht zu unterdrückende Brechreiz kamen, bevor die Finger anfingen zu zittern und bevor all die anderen Entzugserscheinungen gnadenlos von mir Besitz ergriffen.
Hoffentlich gelang es mir, bis dahin wenigstens noch einen Flachmann mit Korn, oder besser mit Doppelkorn, zu organisieren, denn damit könnte ich das ganze Desaster ein wenig verschieben. Ich würde dann morgen ganz bestimmt für immer mit dem Trinken von Alkohol aufhören, das nahm ich mir in diesem Augenblick ganz fest vor. Na ja, vielleicht mal ein Bier, aber auf keinen Fall mehr so viel, dass ich so betrunken war, wie jetzt. Ich würde Geld sparen, und nächstes Jahr im Sommer Urlaub in Frankreich machen, am Strand der Atlantikküste. Ja, morgen würde ich ein neues, nüchternes Leben beginnen, alles würde besser werden.
Nicht heute. Morgen.
 
 
 
 
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